Kurz gesagt
Meist zwischen 22 und 6 Uhr. Hängt dein Boiler an einem Nachtstrom- oder unterbrechbaren Tarif, gibt ihn der Netzbetreiber per Rundsteuersignal frei, und er legt auch die genauen Zeiten fest. Manche Netzbetreiber geben Boiler im Sommer zusätzlich mittags frei.
Der klassische Niedertarif in Österreich gilt von 22:00 bis 6:00 Uhr. Innerhalb dieses Fensters schaltet der Netzbetreiber den Boiler über einen Rundsteuerempfänger und ein Tarifschütz im Zählerkasten ein. Er kann die Freigabe auch auf mehrere Blöcke aufteilen, damit nicht alle Boiler zur gleichen Zeit anlaufen.
Mit dem Ausbau der Photovoltaik verschieben einige Netzbetreiber die Freigabe in den Sommer mittag. Die Stadtwerke Feldkirch etwa geben Boiler von April bis September innerhalb eines Sparfensters zwischen 10 und 16 Uhr frei (Stadtwerke Feldkirch).
Ab 1. Oktober 2027 kommt ein neuer Anreiz für die Nacht dazu: Von Oktober bis März ist das Netzentgelt dann täglich von 23 bis 5 Uhr günstiger (Winter-Nieder-Arbeitspreis, WiNAP), für alle Haushalte mit Smart Meter und Viertelstundenwerten (E-Control).
So findest du deine Zeiten heraus: Sie stehen im Tarifblatt deines Netzbetreibers, oder du fragst dort nach.
Der Boiler heizt nachts nicht? Prüfe, ob der Schalter neben dem Tarifschütz auf Automatik steht und die Sicherung des Boilers eingeschaltet ist. Hilft das nicht, liegt es oft am Rundsteuerempfänger oder am Thermostat des Boilers. Dann sollte eine Elektrofachkraft nachsehen.
Ob sich der Nachtstrom-Zähler heute noch lohnt, steht im Artikel Lohnt sich ein zweiter Stromzähler?.
Dein Boiler kann das automatisch: geht-e heizt ihn zur günstigsten Stromzeit, ohne Zeitschaltuhr.
So funktioniert geht-eÄhnliche Fragen
Was ist ein Tarifschütz beim Boiler?
Ein Tarifschütz ist ein Schaltrelais im Zählerkasten. Es schaltet den Boiler ein, wenn der Rundsteuerempfänger des Netzbetreibers die günstige Tarifzeit meldet, und sonst wieder ab. Daneben sitzt oft ein Schalter, mit dem du den Boiler von Hand einschalten kannst.
Sollte ein Boiler 24 Stunden eingeschaltet sein?
Nicht zwingend. Wenn der Speicher groß genug für den Haushalt ist, kann zeitlich begrenztes Aufheizen effizienter sein, weil der Speicher weniger Zeit auf hoher Temperatur verbringt und dadurch weniger Wärme verliert.
Wie lange braucht ein Boiler zum Aufheizen?
Ein leerer 100-Liter-Boiler braucht mit einem 2-kW-Heizstab knapp 3 Stunden von 10 auf 60 °C, ein 200-Liter-Boiler rund 6 Stunden. Faustregel: Liter × 0,058 kWh, geteilt durch die Leistung des Heizstabs in kW.
Spart es Strom, den Boiler nachts auszuschalten?
Es kann Strom sparen, wenn dadurch die durchschnittliche Speichertemperatur sinkt und bis zur nächsten Aufheizung trotzdem genügend Warmwasser vorhanden ist.
Kann ich den Boiler im Urlaub ausschalten?
Ja, du kannst die Heizung pausieren. Lass den Boiler nach der Rückkehr voll aufheizen und spül alle Zapfstellen einige Minuten, bevor du duschst.

