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PV-Überschuss für Warmwasser nutzen: Boiler und Heizstab mit Solarstrom heizen

•6 Min. Lesezeit

Von Stefan Jörer, PhD

Balkendiagramm: Einspeisevergütung nach OeMAG-Marktpreis für PV 2026 zwischen 5,7 und 14,9 Cent pro kWh, darüber das Band von 25 bis 35 Cent für Strom aus dem Netz

Mittags liefert die PV-Anlage oft mehr Strom, als das Haus braucht. Der Rest geht ins Netz, für wenige Cent pro kWh. Der Boiler ist der einfachste Speicher für diesen Überschuss: Er macht aus Solarstrom warmes Wasser für den Abend. Hier steht, was das bringt, wie viel Überschuss ein Boiler braucht und welche Lösungen es gibt.

Kurz gesagt

Jede kWh Solarstrom im Boiler ersetzt Strom aus dem Netz um 25 bis 35 Cent und kostet dich nur die entgangene Einspeisevergütung, 2026 nach OeMAG-Marktpreis von April bis September 6 bis 10 Cent. Bei einem typischen Boiler sind das grob 110 bis 220 € im Jahr. Wichtig ist, dass der Boiler nur dann heizt, wenn der Überschuss seine Leistung wirklich deckt.

Warum sich Warmwasser aus PV-Überschuss lohnt

Strom aus dem Netz kostet beim lokalen Anbieter im Oktober 2026 je nach Netzgebiet 25 bis 35 Cent pro kWh, inklusive Netzentgelten, Abgaben und Steuern. Für eingespeisten Strom zahlt die OeMAG den monatlichen Marktpreis: 2026 lag er für PV zwischen 5,7 Cent im März und 14,9 Cent im Oktober, in den sonnigen Monaten April bis September zwischen 6,1 und 10,2 Cent.

Nutzt du eine kWh selbst, statt sie einzuspeisen, sparst du also rund 15 bis 29 Cent. Auf selbst genutzten Strom fallen auch keine Netzentgelte und Abgaben an.

🧮Beispiel: Elektroboiler mit 1.500 kWh im Jahr

Angenommen, der PV-Überschuss deckt von April bis September den Großteil des Warmwassers, also rund die Hälfte des Jahresbedarfs: 750 kWh.

750 kWh × 15 bis 29 ct = rund 110 bis 220 € im Jahr

Wie viel es bei dir ist, hängt von der Größe der PV-Anlage, vom Wetter und davon ab, wie viel Strom das Haus mittags sonst braucht.

Ohne neuen Boiler: geht-e erkennt den Überschuss am Smart Meter und schaltet deinen Boiler oder Heizstab automatisch ein.

PV-Überschuss-Steuerung ansehen

Wie viel Überschuss braucht ein Boiler?

Ein Elektroboiler heizt mit fester Leistung. Bei den gängigen Hängespeichern von Austria Email liegt sie je nach Modell und Größe zwischen etwa 1 und 3 kW. Er nimmt also entweder seine volle Leistung oder nichts.

Daraus folgt die wichtigste Regel: Der Überschuss muss die Leistung des Boilers decken. Liefert die PV-Anlage gerade 1 kW mehr, als das Haus braucht, und der Boiler zieht 2 kW, kommt das fehlende Kilowatt aus dem Netz. Eine gute Steuerung schaltet deshalb erst ein, wenn genug Überschuss da ist, und nicht bei jeder kurzen Wolkenlücke ein und aus.

Dafür ist der Boiler ein guter Speicher: Er heizt, wenn die Sonne scheint, und hält das Wasser bis zum Abend warm. Sobald der Thermostat abschaltet, ist der Boiler voll und der restliche Überschuss geht wieder ins Netz.

Drei Wege, den Überschuss zu nutzen

1. Zeitschaltuhr zu Mittag

Die einfachste Lösung: Der Boiler darf nur zwischen etwa 10 und 16 Uhr heizen. Sie misst nichts. An bewölkten Tagen heizt der Boiler trotzdem, dann mit Netzstrom. Immerhin ist der Netzstrom in dieser Zeit von April bis September dank SNAP beim Netzentgelt günstiger, sofern dein Smart Meter Viertelstundenwerte misst.

2. Einschalten, wenn Überschuss gemessen wird

Eine Steuerung liest laufend, wie viel Strom gerade ins Netz geht, und schaltet den Boiler oder Heizstab erst dann ein. Den Messwert liefert der Smart Meter oder der Wechselrichter. Über den Smart Meter funktioniert das mit fast jeder PV-Anlage, unabhängig vom Wechselrichter. So arbeitet die PV-Überschuss-Steuerung von geht-e: mit dem vorhandenen Boiler, ohne neues Energiemanagementsystem.

3. Leistung an den Überschuss anpassen

Spezielle PV-Boiler und Leistungsregler für Heizstäbe passen die Heizleistung an den gerade verfügbaren Überschuss an. Der Austria-Email-Speicher EPV Pro etwa nutzt das PV-Angebot in sieben Leistungsstufen bis 1,75 kW. So geht auch ein kleiner Überschuss in den Boiler. Dafür brauchst du einen neuen Boiler oder Regler.

Und im Winter?

Von November bis Februar reicht der Überschuss selten für den Boiler. Dann zählt, wann der Boiler mit Netzstrom heizt: mit einem dynamischen Stromtarif in den günstigsten Stunden des Tages, mit einem Zwei-Zonen-Tarif im günstigen Zeitfenster. Eine Steuerung, die beides kann, nutzt im Sommer die Sonne und im Winter den günstigen Tarif.

Checkliste vor dem Umbau

  • Leistung des Boilers: Sie steht am Typenschild. Vergleiche sie mit dem typischen Überschuss deiner Anlage an einem sonnigen Mittag.
  • Smart Meter: Für eine Steuerung über den Smart Meter muss dessen Kundenschnittstelle freigeschaltet sein, bei TINETZ etwa im Kundenportal.
  • Hygiene: Heizt der Boiler nur mit Überschuss, sollte er trotzdem regelmäßig 60 °C erreichen. Mehr dazu im Artikel Legionellen im Boiler.
  • Elektriker: Eine Steuerung im Stromkreis des Boilers baut eine Elektrofachkraft ein.
  • Mehrparteienhaus: Für eine gemeinsame PV-Anlage gibt es eine eigene Lösung für gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen.

Solarstrom automatisch in den Boiler

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Geschrieben von Stefan Jörer, PhD, Gründer von geht-e, Embedded- und IoT-Experte.

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