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Strompreise 2025: Warum der Spotmarkt günstiger ist als jeder Fixtarif

7 Min. Lesezeit
Dynamischer Tarif vs. Fixtarif - Strompreise im Jahresverlauf 2025

Die Strompreise sorgen weiterhin für Unsicherheit. Viele Haushalte setzen deshalb auf Fixpreise in der Annahme, damit auf der günstigeren Seite zu sein. Eine Analyse der Spotpreise zeigt uns ein anderes Bild.

Wichtig: Im Folgenden werden immer Bruttoendkundenpreise miteinander verglichen, das bedeutet, bei den Spotmarktpreisen wurde der günstigste Aufschlag am Markt von 1,44 Cent/kWh (brutto) bereits einkalkuliert. Zusätzlich bezieht sich der Vergleich rein auf den Arbeitspreis, da Netzentgelte je nach Region unterschiedlich sind und den gesamten Endkundenpreis schwer vergleichbar machen.

Wie sehen die Durchschnittspreise 2025 in Österreich aus?

Über alle 365 Tage gerechnet lag der durchschnittliche Spotmarktpreis 2025 unter dem günstigsten verfügbaren Fixtarif (11,76 Cent/kWh) ohne Wechselrabatt.

Durchschnittlicher Spottarif Bruttopreis: 11,1 Cent/kWh

Selbst höhere Preise in den Wintermonaten heben den Vorteil des Spotmarktes über das Jahr nicht auf. Der Durchschnittspreis vom Spotmarkt liegt über das gesamte Jahr hinweg unter dem günstigsten Fixtarif Österreichs. Damit profitieren dauerhafte Stromverbraucher ganz automatisch.

Dazu zählen unter anderem:

  • • Kühlschrank und Gefriertruhe
  • • Lüftungs- und Umluftanlagen
  • • Router, Server und Standby-Verbrauch

Diese Geräte laufen rund um die Uhr – und nutzen damit automatisch den niedrigeren Durchschnittspreis des Spotmarkts. Das Ergebnis: zusätzliche Ersparnis, ohne Verhalten oder Technik anpassen zu müssen.

Tägliche Brutto-Durchschnittspreise im Jahr 2025 - Vergleich Spottarif vs. Fixtarife

Tägliche Brutto-Durchschnittspreise im Jahr 2025 von Spot Tarif inklusive günstigstem Aufschlag von 1,44 Cent/kWh. Die horizontal durchgezogene Linie zeigt den Jahresdurchschnitt Spot Tarif. Der blau hinterlegte Bereich zeigt die Bandbreite von österreichischen Fix Tarifen im Jahr 2025.

MonatDurchschnittBilligster
Stundenpreis
Teuerster
Stundenpreis
Ø der 3 billigsten
Stunden pro Tag
Januar17,50 ct2,91 ct68,85 ct12,92 ct
Februar18,34 ct7,84 ct35,28 ct14,58 ct
März13,91 ct-1,44 ct32,95 ct7,14 ct
April11,17 ct-15,09 ct30,69 ct2,69 ct
Mai9,91 ct-28,87 ct27,29 ct1,10 ct
Juni9,42 ct-9,06 ct34,27 ct0,61 ct
Juli11,99 ct0,66 ct54,37 ct6,67 ct
August10,35 ct-5,65 ct33,74 ct2,65 ct
September12,51 ct-4,97 ct51,08 ct6,12 ct
Oktober14,51 ct1,47 ct49,95 ct9,84 ct
November15,36 ct3,33 ct41,75 ct11,45 ct
Dezember15,21 ct9,58 ct38,44 ct12,37 ct

Brutto-Durchschnittspreise pro Monat im Jahr 2025 von Spot Tarif inklusive günstigstem Aufschlag von 1,44 Cent/kWh.

Haben höhere Winterpreise nicht einen enormen Einfluss?

Zwar sind Strompreise im Winter tendenziell höher, doch:

  • • günstige Sommermonate
  • • niedrige Nachtpreise
  • • generell günstigere Preise an Wochenenden
  • • Zeiten mit hoher erneuerbarer Einspeisung

senken den Durchschnitt so stark, dass der Spotmarkt über das gesamte Jahr günstiger bleibt. Entscheidend ist nicht der teuerste Tag, sondern wie oft Strom günstig ist.

An wievielen Tagen ist der Spottarif günstiger?

Ein direkter Vergleich zeigt die Stärke flexibler Preise besonders deutlich.

309 von 365 Tagen war zumindest eine Stunde am Spotmarkt günstiger

Das entspricht 85 % aller Tage im Jahr. Für flexible Verbraucher bedeutet das, dass nur an 15 % der Tage ein Fixtarif günstiger gewesen wäre.

Wieviele Tage mit negativen Strompreisen gibt es?

Ein zusätzlicher Effekt des Spotmarkts sind negative Preise. An insgesamt 80 Tagen gab es zumindest eine Stunde mit negativem Strompreis. Das sind 22 % aller Tage im Jahr.

An diesen Tagen gilt: Strom verbrauchen bedeutet, Geld zu bekommen (vor Abgaben und Aufschlägen).

Besonders profitieren flexible Verbraucher wie:

  • • Warmwasserboiler
  • • Wärmepumpen
  • • Batteriespeicher
  • • Elektroautos

Je flexibler der Verbrauch, desto größer der Vorteil.

Konkretes Beispiel: Elektroboiler mit 2.500 kWh Jahresverbrauch

Um die Auswirkungen greifbar zu machen, ein realistisches Beispiel:

Annahme

Warmwasserboiler mit 2.500 kWh Stromverbrauch pro Jahr, entspricht einem durchschnittlichen 3-4 Personen Haushalt

Jahreskosten im Vergleich (Brutto Arbeitspreis ohne Netzgebühren)

Flexibler Spotmarkt Tarif: 182,15 €

Fixtarif – TIWAG: 263,60 €

✓ Ersparnis: 111,85 € pro Jahr

Fixtarif – E.ON: 674,60 €

✓ Ersparnis: 522,80 € pro Jahr

Fazit: Spotstrom lohnt sich! Vor allem, wenn flexible Verbraucher intelligent gesteuert werden.

Die Analyse der Strompreise 2025 zeigt eindeutig:

  • Der Spotmarkt ist im Jahresdurchschnitt günstiger
  • Dauerverbraucher profitieren automatisch
  • Winterpreise heben den Vorteil nicht auf
  • 85 % der Tage günstiger als der günstigste Fixtarif
  • 22 % der Tage mit negativen Preisen
  • Relevante Einsparungen bei alltäglichen Anwendungen wie Warmwasser sind beträchtlich

Wer einen großen Anteil des Stromverbrauchs flexibel steuert, kann seine Stromkosten nachhaltig und messbar senken.

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