20 % Netzgebühren sparen in Österreich – aber nur mit den richtigen Smart-Meter-Einstellungen

Ab 1. April 2026 gilt in Österreich der neue Sommer-Nieder-Arbeitspreis, kurz SNAP. Bis 30. September 2026 wird damit täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr das Netznutzungsentgelt im Arbeitspreis um 20 % reduziert. Ziel der Regelung ist, Stromverbrauch stärker in die Mittagsstunden zu verschieben – also in jene Zeiten, in denen besonders viel Solarstrom im Netz verfügbar ist.
Wichtig:
📖 Inhaltsverzeichnis
Was ist der Sommer-Nieder-Arbeitspreis (SNAP)?
Der SNAP ist eine gesetzlich verankerte Preisregelung gemäß der SNE-VO Novelle 2026 (Systemnutzungsentgelte-Verordnung). Er verpflichtet alle österreichischen Netzbetreiber, im Sommerzeitraum einen günstigeren Arbeitspreis für Verbrauch in den Mittagsstunden zu verrechnen.
Der Hintergrund: In den Sommermonaten produzieren Photovoltaikanlagen in Österreich und Europa mittags besonders viel Strom – oft mehr als benötigt wird. Das drückt den Börsenpreis und belastet das Netz. Der SNAP setzt genau hier einen finanziellen Anreiz, um Verbrauch in diese Überschusszeiten zu verlagern.
Die Fakten: Wann und für wen gilt der Sonnenrabatt?
Anspruchsberechtigt sind Haushalte und Kleingewerbe an Netzebene 7 – das sind über 99 % aller österreichischen Haushaltsstromzähler. Der Rabatt wird automatisch im Netzentgelt berücksichtigt, sofern dein Netzbetreiber erkennen kann, wann du Strom verbrauchst.
Genau dafür ist der Smart Meter und das Opt-in auf Viertelstundenmessung notwendig – ohne diese Daten kann der günstigere Zeitraum nicht zugeordnet werden.
Smart Meter Opt-in: So aktivierst du den Spar-Tarif
Schritt-für-Schritt-Anleitung für alle Netzbetreiber
Damit ein Netzbetreiber den günstigeren Zeitraum korrekt abrechnen kann, muss er erkennen können, wann genau Strom verbraucht wurde. Dafür braucht es beim Smart Meter die Viertelstundenmessung – oft als Opt-in, 15-Minuten-Werte, Prime Meter oder ähnliches bezeichnet.
- Im Smart-Meter-Portal deines Netzbetreibers anmelden (Links weiter unten)
- Den eigenen Zählpunkt auswählen
- Einstellung Viertelstundenwerte / 15-Minuten-Werte / Opt-in / Prime Meter aktivieren
- Bestätigung abwarten (meist wenige Tage)
Salzburg Netz nennt dies „Prime Meter", Netz Oberösterreich und Netz Burgenland sprechen vom „Opt-in auf Viertelstundenwerte". Die technische Funktion ist überall dieselbe.
Welche Geräte idealerweise zwischen 10 und 16 Uhr laufen sollten
Je mehr Verbrauch du ins SNAP-Fenster verschieben kannst, desto höher die Ersparnis. Diese Geräte eignen sich besonders:
Smart-Meter-Portale der großen Netzbetreiber in Österreich
Hier findest du die jeweiligen Smart-Meter-Portale, in denen du die 15-Minuten-Werte aktivieren kannst:
| Netz Burgenland | NetzportalSNAP-Informationen |
| Kärnten Netz | NetzportalSNAP-Informationen |
| Stadtwerke Klagenfurt (STW) | Netzportal |
| Netz Niederösterreich | NetzportalSNAP-Informationen |
| Netz Oberösterreich | Netzportal |
| Linz Netz | NetzportalSNAP-Informationen |
| Salzburg Netz | Netzportal |
| e-Netze Steiermark | NetzportalSNAP-Informationen |
| Stromnetz Graz | Netzportal |
| TINETZ | NetzportalSNAP-Informationen |
| IKB Netz | NetzportalSNAP-Informationen |
| vorarlberg netz | NetzportalSNAP-Informationen |
| Wiener Netze | NetzportalSNAP-Informationen |
Fazit
Der neue SNAP-Tarif bringt ab 1. April 2026 erstmals einen klaren finanziellen Anreiz, Stromverbrauch in die Mittagsstunden zu verschieben. Entscheidend ist aber nicht nur die 20-%-Reduktion selbst, sondern vor allem die technische Grundlage dafür: die aktivierte 15-Minuten-Messung im Smart-Meter-Portal.
Wer diese Umstellung nicht vornimmt, verschenkt unter Umständen einen Teil des Potenzials.